Für das Regime der Islamischen Republik ist die Hinrichtung keine Strafe – sie ist eine Sprache
Für die Machthaber im Iran ist die Todesstrafe kein Mittel der Justiz, sondern ein Instrument der Kommunikation: die Sprache der Einschüchterung, der Unterdrückung und des Brechens eines Volkes, das für Freiheit aufgestanden ist. Für dieses System ist die Hinrichtung wie Sauerstoff für einen Körper, der angesichts des Aufbegehrens der Menschen nach Luft ringt.
Aus diesem Grund wurden in der vergangenen Woche – mitten in einem äußeren Krieg – neun politische Gefangene hingerichtet: darunter drei Mitglieder der sogenannten „Widerstandseinheiten“ der Organisation der Volksmojahedin Iran sowie Mohammad Taqavi, Akbar Daneshvar-Kar, Babak Alipour, Pouya Qobadi, Abolhassan Montazer und Vahid Bani Amerian. Hinzu kamen drei junge Demonstrierende, die während der Proteste im Januar 1404 festgenommen worden waren: Amirhossein Hatami (18 Jahre), Mohammadamin Biglari (19 Jahre) und Shahin Vahedparast.
Während die Anzahl der inhaftierten Kinder und die Bedingungen ihrer Haft zurzeit nicht überprüft werden können, fordern wir dringend, dass zu allen inhaftierten Kindern unverzüglich unabhängiger Zugang gewährt wird, damit ihre Situation, ihre Behandlung und ihr Wohlergehen beurteilt werden können.
Die negativen Auswirkungen von Inhaftierung und Gefängnisaufenthalt auf Kinder sind hinlänglich dokumentiert. Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“, sie benötigen eine besondere Fürsorge. Freiheitsentzug hat lebenslange Folgen für die Entwicklung des Kindes, aber auch für die Zukunft der gesamten Gesellschaft.
Kinder, denen die Freiheit entzogen wird, müssen mit Menschlichkeit und Würde behandelt werden. Regelmäßiger Kontakt zu ihren Familien muss ermöglicht werden. Dies sind völkerrechtlich verbindliche Verpflichtungen, die jederzeit eingehalten werden müssen.
UNICEF fordert ein Ende der Inhaftierung von Kindern in all ihren Formen und die sofortige Freilassung der im Iran nach den jüngsten Unruhen inhaftierten Kinder. Die Islamische Republik Iran ist Vertragsstaat der UN-Kinderrechtskonvention und verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu gewährleisten.“
Bilder von Schülerinnen, die im Januar von Regime-Truppen im Iran getötet wurden. Unter ihnen ist die achtjährige Anila Abu-Talebian aus Isfahan (2. Bild v.l. untere Reihe).
Nach Angaben von iranischen Menschenrechtsgruppen sind zahlreiche Kinder unter den Opfern der Massaker, die im Januar von Truppen des iranischen Regimes verübt wurden. Gardisten haben protestierende Menschenansammlungen rücksichtslos mit Maschinengewehren unter Beschuss genommen, wobei auch unbeteiligte Passanten oder Insassen von Fahrzeugen getötet wurden. Unter den bisher identifizierten Opfern sind mindestens 200 Schülerinnen und Schüler. Viele weitere Kinder wurden verletzt, Hunderte in die Regime-Gefängnisse verschleppt.
