141. Woche: „Dienstags gegen Hinrichtungen“ in 66 Gefängnissen

Die Kampagne „Dienstags gegen Hinrichtungen“ wurde am 6. Oktober 2026 in ihrer 141. Woche fortgesetzt. Gefangene in 66 iranischen Haftanstalten beteiligten sich mit Hungerstreiks und Protestaktionen an dem landesweiten Widerstand gegen die Todesstrafe.

Die Kampagne rief kurz vor dem Welttag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober zur gesellschaftlichen Solidarität auf. Sie warnt davor, dass Hinrichtungen in autoritären Systemen als Mittel zur Einschüchterung, Unterdrückung von Protesten und Ausschaltung politischer Gegner eingesetzt werden.

Nein zu Hinrichtungen

Rekordzahl von Hinrichtungen

Für das Jahr 2025 wurden im Iran mindestens 2.159 Hinrichtungen dokumentiert. Damit entfiel ein sehr großer Anteil aller weltweit bekannten Vollstreckungen auf das Land. Die Todesstrafe steht dabei neben willkürlichen Festnahmen, Folter, erzwungenem Verschwindenlassen und erzwungenen Geständnissen im Zentrum der staatlichen Repression.

Auch auf internationaler Ebene wächst die Besorgnis. Während der 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates verurteilten 46 Staaten den zunehmenden Einsatz der Todesstrafe im Iran, insbesondere gegen Protestierende, Frauen und junge Menschen. Kritisiert wurden außerdem Foltervorwürfe, erzwungene Geständnisse, fehlende faire Gerichtsverfahren und sicherheitsbezogene Anklagen gegen Demonstrierende.

Mindestens 22 Hinrichtungen innerhalb einer Woche

Nach den der Kampagne vorliegenden Angaben wurden zwischen 29. September und 5. Oktober 2026 mindestens 22 Menschen hingerichtet. Unter ihnen befanden sich fünf im Zusammenhang mit Protesten verurteilte Männer:

  • Ali Hemati und Majid Nikandish aus Maschhad,
  • Siavash Jamshidi-Kheirabadi aus Schahr-e Kord,
  • Alireza Sepahi und Alireza Raisi aus Isfahan.

Die Kampagne sieht in den Hinrichtungen den Versuch, angesichts wachsender gesellschaftlicher Unzufriedenheit Angst zu verbreiten und neue Proteste zu verhindern. Gleichzeitig betont sie, dass Hinrichtungen den Wunsch der Bevölkerung nach Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde nicht dauerhaft unterdrücken können.

Nein zur Todesstrafe

Hungerstreik in 66 Gefängnissen

Am 6. Oktober beteiligten sich Gefangene in 66 Haftanstalten an der Aktion. Dazu gehörten unter anderem die Gefängnisse Evin, Ghezel Hesar, Qarchak, Teheran-Großgefängnis, Dastgerd, Adelabad, Zahedan, Maschhad, Rascht, Urmia, Mahabad, Sanandadsch, Kerman, Bandar Abbas und zahlreiche weitere Haftanstalten in verschiedenen Provinzen.

Die Kampagne versteht sich als gemeinsame Stimme von Gefangenen, Angehörigen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Gegnern der Todesstrafe. Sie fordert Menschen innerhalb und außerhalb Irans dazu auf, sich zusammenzuschließen und zu verhindern, dass Hinrichtungen zur Unterdrückung gesellschaftlicher Forderungen eingesetzt werden.

Gemeinsam gegen die Todesstrafe

Verein für Nothilfe e.V. unterstützt die Forderung nach einem sofortigen Hinrichtungsstopp. Das Recht auf Leben, faire Gerichtsverfahren und die Würde jedes Menschen müssen geschützt werden. Unterstützen Sie die öffentliche Aufmerksamkeit für Gefangene in Todesgefahr und setzen Sie sich für die vollständige Abschaffung der Todesstrafe ein.

Die genannten Zahlen und Angaben beruhen auf veröffentlichten Berichten und Stellungnahmen. Nicht alle Einzelangaben konnten unabhängig überprüft werden.