Arghavan Fallahi weiterhin von Hinrichtung bedroht
Stand: 30. Juli 2026
Die politische Gefangene Arghavan Fallahi ist weiterhin akut von der Vollstreckung eines Todesurteils bedroht. Nach dem derzeit letzten verifizierbaren Bericht der Menschenrechtsorganisation Hengaw vom 30. Juli 2026 gehört sie zu sechs weiblichen politischen Gefangenen und Gewissensgefangenen im Iran, gegen die derzeit Todesurteile bestehen.

Arghavan Fallahi wurde am 3. Juli 2026 öffentlich als zum Tode verurteilte politische Gefangene gemeldet. Nach Angaben von Hengaw verhängte die Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran unter Vorsitz von Richter Abolghasem Salavati die Todesstrafe gegen sie. Grundlage des Urteils ist der Vorwurf des sogenannten „Baghi“, der im iranischen Strafrecht als bewaffnete Rebellion gegen den Staat bezeichnet wird.
Die damals 24-jährige Fallahi befand sich zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung im Evin-Gefängnis in Teheran. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen war sie nach ihrer Festnahme über einen langen Zeitraum verschiedenen Sicherheitsbehörden und Haftanstalten ausgesetzt. Hengaw berichtete, dass sie mehrere Monate in den Abteilungen 209 und 241 des Evin-Gefängnisses festgehalten wurde. Die Organisation erhebt zudem schwere Vorwürfe hinsichtlich der Haftbedingungen und des Drucks während der Verhöre.
Nach ihrer Festnahme Anfang Februar 2025 blieb Fallahi über viele Monate in Haft. HRANA berichtete bereits am 7. Juni 2026, dass sie seit fast 500 Tagen festgehalten worden sei und sich zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 16 Monaten in rechtlicher Ungewissheit befunden habe. Trotz bereits durchgeführter Gerichtsverhandlungen war damals noch kein Urteil bekanntgegeben worden.
Wenige Wochen später änderte sich die Situation grundlegend: Das Revolutionsgericht verhängte die Todesstrafe gegen Fallahi. Nach Angaben von Hengaw wurde das Urteil ihr offiziell mitgeteilt. Die Organisation berichtete außerdem, dass Fallahi nach den Ereignissen im Evin-Gefängnis im Juni 2026 zunächst in das Großteheraner Gefängnis und anschließend in das Qarchak-Gefängnis verlegt wurde, bevor sie wieder in die Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses zurückkehrte.
Der Bericht vom 30. Juli 2026 bestätigt, dass ihr Todesurteil weiterhin besteht. Hengaw nennt Arghavan Fallahi gemeinsam mit weiteren weiblichen politischen Gefangenen, die von einer möglichen Vollstreckung ihrer Todesurteile bedroht sind.
Der Fall von Arghavan Fallahi verdeutlicht erneut die wachsenden Sorgen über die Anwendung der Todesstrafe gegen politische Gefangene im Iran. Menschenrechtsorganisationen beobachten ihre Situation weiterhin mit großer Besorgnis.
Letzter verifizierter Stand: 30. Juli 2026.
