Kurdischer politischer Gefangener Mehdi (Sikan) Roshani mit schwersten Anklagen konfrontiert

Dem kurdischen politischen Gefangenen Mehdi (Sikan) Roshani werden im Iran „Moharebeh“ (Feindschaft gegen Gott) und „Efsad-e fel-Arz“ (Verderbenstiften auf Erden) vorgeworfen. Sein Fall wird derzeit in der Ermittlungsabteilung 6 der Staatsanwaltschaft von Ilam geprüft. Roshani befindet sich im Zentralgefängnis Ilam.

Nach Angaben des Kurdistan Human Rights Network wurde Mehdi Roshani am 18. Juli 2026 zum zweiten Mal von Sicherheitskräften festgenommen und anschließend in das Zentralgefängnis Ilam gebracht.

Nach seiner Überstellung wurde gegen ihn in der Ermittlungsabteilung 6 der Staatsanwaltschaft von Ilam ein neues Verfahren eröffnet. Dabei wurden ihm die Vorwürfe „Moharebeh“ und „Efsad-e fel-Arz“ mitgeteilt. Beide Tatbestände können in der Islamischen Republik Iran mit der Todesstrafe geahndet werden.

Bislang wurde in dem neuen Verfahren keine Anklageschrift erlassen. Der Fall befindet sich weiterhin im Ermittlungsstadium.

Roshani war bereits zuvor wegen seiner Teilnahme an Protesten in Malekshahi strafrechtlich verfolgt worden. Am 16. Januar 2026 war er während der Proteste in der Stadt von Sicherheitskräften festgenommen worden. Nach etwa drei Monaten Haft wurde er gegen Kaution vorläufig freigelassen.

Später verurteilte ihn das Revolutionsgericht von Ilam zunächst zu drei Jahren Haft. Diese Strafe wurde anschließend auf neun Monate Haft reduziert. Mit seiner erneuten Festnahme ist er nun mit Vorwürfen konfrontiert, die äußerst schwerwiegende Folgen bis hin zur Todesstrafe haben können.

Menschenrechtsorganisationen fordern ein rechtsstaatliches und transparentes Verfahren, uneingeschränkten Zugang zu einem unabhängigen Rechtsbeistand sowie die Achtung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit von Mehdi Roshani.

Quelle: Kurdistan Human Rights Network

Hinweis: Die Angaben beruhen auf dem zum Veröffentlichungszeitpunkt bekannten Stand. Eine Anklageschrift war dem Bericht zufolge noch nicht erlassen worden.